Ronis Welt

May 20, 2008

Multimedia-Tage der HU (morgens)

Filed under: Universität, Lebenslanges Lernen, eLearning — Roni @ 7:51 pm

Heute waren die Multimedia-Tage der HU hier in Berlin. Die Vorträge wird es (leider erst ab nächster Woche) auch online als Podcasts geben.

Gleich vorweg: es ging nicht um eine eLearning Veranstaltung, sondern um das ganze Thema Multimedia an der HU, wobei der Schwerpunt am Morgen auf jeden Fall auf dem Thema eLearning lag.

Zunächst gab es ein paar Vorstellungen von Projekten, die vom CMS gefördert wurden. Die waren alle sehr interessant, aber es ging weniger um eine tatsächliche Verwendung und didaktische Einbettung von neuen Medien, sondern eher um Websiten mit Daten, die zum zusätzlichen, selbstständigen Lernen und Forschen von Studierenden, Dozenten oder Interesssierten genutzt werden.
Sie waren sehr spannend, aber die Ideen verhaften sehr stark in den bürokratischen Strukturen der HU. Es sind “Projekte” die die Lehre nur nebenbei thematisieren, sie ergänzen die klassische Lehre, verändern sie aber nicht besonders stark, das war mein Eindruck. Es wurden meist Inhalte multimedial aufbereitet, dadurch entstehen dann neue Lehr- und Forschungsperspektiven, aber es ging nicht um die Einbettung dieser Websites in die Lehre. Aber um fair zu bleiben, die Projektleiter hatten nur 5 Min Zeit ihr Projekt vorzustellen.

Danach hat Bruce Spears einen erfrischenden Vortrag gehalten über die Integration von Wikis, Blogs und Ähnlichem in die Lehre und der Idee, wie man ohne großen Geldaufwand für teure Software oder ähnliches, bestehende, kostenlose Services für die Lehre nutzen kann und dadurch das LERNEN VERBESSERT! Es ging nicht um die Frage nach einem teurem System oder ähnlichen, sondern darum, wie man den Lernprozess verbessert. Er plädierte dafür, dass die Gelder, die für teure, institionsübergreifende Systeme eingesetzt werden (die es selbst leider in Deutschland gar nicht gibt), besser für E-Tutoren (Studierende älterer Semester) eingesetzt werden. Er sprach selbstverständlich den Lerneffekt von unmittelbare Rückmeldung auf Beiträge an, Empowerment der Studierenen … Kurz: es ging bei ihm um ein anderes Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden - eine neue Lernkultur an den Universitäten.

Ich sehe das Problem genau hier. Die HU habe ich bisher als eine äußerst bürokratische, eingefahrene, sehr hierarchische Institution erfahren, wie ein großes Schiff. Je nachdem wem man Geld in die Hand gibt und eLearning einzuführen, wird das Modell äußerst unterschiedlich ausfallen.
Ich erfahre die Strukturen bei mir am Institut für Erziehungswissenschaft als so eng, dass sie jegliche Kreativität im Keim ersticken lassen. Das was sie machen ist sehr gut, aber es lässt äußerst wenig Spielraum für Innovationen in der Lernkultur.

Im Anschluss hielt Anja Wagner, Dozentin an der FHTW vom edufuture Blog 2.0 eine Blended Learning Session über Protypen moderner Lernszenarien aus den Bereichen Web 2.0, Serious Games und Videotechologien. Dazu gibt es hier auch einen Blogeintrag ihrerseits mit allen relevanten Links und dem Drehbuch der Session. Für jemand der sich mit diesen ganzen Technologien nicht auskennt war das bestimmt sehr viel auf einmal und verwirrend. Aber Überforderung kann ja auch einen Lerneffekt haben, da sehen die Lehrenden zumindest mal, was es schon alles gibt :-) .
Besonders fand ich, dass sie über eine Veranstaltung berichtet hat, die sie komplett in Facebook macht. Im Verlauf des Tages kam das Gespräch immer wieder auf das Thema Online-Communities. In einer Befragung der Studierenden fragten diese wohl, ob man StudiVZ nicht mit Moodle verknüpfen könnte. Ich würde die Frage anders stellen: Was können wir fürs Blended oder eLearning von den virtuellen Communities lernen? Sie miteinander zu vergnüpfen ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg, weil das zu viele unterschiedliche Arten von Beziehungen miteinander vermischt werden.
Auf die Nachfrage, ob sie denn zwei Accounts bei Facebook hat, meinte sie, dass sie ihr Privates sehr strikt da raus hält und dass auch die Studierenden vorher noch keinen Account bei Facebook hatten. Deswegen meinte sie hat sie sich bewusst für Facebook entschieden und nicht StudiVZ. Die Gruppe in Facebook ist wohl auch geheim und nicht von anderen Teilnehmern zugänglich.
Die Idee finde ich spannend, obwohl ich gleichzeitig auch viele Vorbehalte habe.

1 Comment »

  1. c530t

    Comment by ma411zda — August 24, 2008 @ 7:43 am

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a comment

You must be logged in to post a comment.

Powered by WordPress